STEINBÖCKE IM KARWENDEL

01. 09. 2018


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STEINBÖCKE IM KARWENDEL

01. SEPTEMBER 2018

 
Liebe LeserIn,
Wenn es die "Big Five" von Afrika gibt, was sind dann die "Big Five" der Alpen? Eine spannende Frage, da gerade in den deutschen Alpen alles was in den Augen der Bewohner eine Gefahr für Nutztiere darstellt, bereits vor 100 Jahren fast restlos ausgerottet wurde.

Ich führte in den letzten Wochen angeregt durch unseren letzten Newsletter viele Gespräche mit Almhirten, Viehhaltern, Jägern, Bergsteigern und Anwohnern über das Thema Raubtiere wie Wolf, Bär und Adler. Dabei kamen häufig radikale aber auch offene Ansichten und leider sehr viel Unwissenheit zu Tage.

Als Fotograf und Naturliebhaber würde ich mir natürlich die größtmögliche Artenvielfalt wünschen und das Schützen gefährdeter Tierarten liegt mir sehr am Herzen. Besonders da ich in den letzten Tagen zu meiner großen Freude ein gutes Teleobjektiv von Nikon testen durfte, war es mir ein großes Anliegen, mich Tieren zu nähern, die man oft nur in weiter Ferne sieht. Bei dieser Gelegenheit nochmals herzlichen Dank an den NIKON SERVICE POINT in München!

Da Wolf, Bär und Luchs nun doch nicht innerhalb weniger Tage so einfach aufzuspüren sind und auch Dachs, Hirsch und Fuchs ein eher verstecktes Leben führen, habe ich mich an die etwas bekannteren Arten des Karwendels heran getraut und in den letzten drei Wochen viele Tage & Nächte alleine oder zu zweit mit meiner Lebensgefährtin Sarah im Gebirge verbracht.

Besonders einprägsam empfand ich eine längere Begegnung mit einer Art, die  wohl definitiv zu den Big Five und Alpenklassikern zu zählen sind: die Steinböcke. Nach einer sehr kurzen Nacht, suchte ich noch vor Sonnenaufgang eine Gruppe dieser majestätischen Tiere, welche ich in einem Gebiet in ca. 2000 Metern Höhe vermutete. Noch auf dem Weg zu dieser Stelle, bemerkte ich oberhalb von mir einen kleinen Steinschlag. Beim Blick in selbige Richtung entdeckte ich keine 10 Meter von mir entfernt einen relativ jungen Steinbock, welcher mich skeptisch anschaute. Ein kurzes Schnauben ließ erkennen, dass er mein Eindringen in sein Reich nicht tolerierte. Nur die Silhouette mit den jugendlichen Hörnern war klar erkennbar. Ich zog mich ungefähr 15 Meter zurück und suchte mir eine für den Sonnenaufgang günstige Position. Innerhalb der nächsten Stunde wartete ich an dieser Stelle, während langsam und unspektakulär die Sonne aufging.

Immer wieder kamen ein oder zwei der insgesamt fünf Steinböcke näher und die nächsten Stunden waren sehr spannend und abwechslungsreich. Die Tiere ästen, ruhten, kämpften und gewöhnten sich langsam an meine Nähe. Das goldene Licht eröffnete mir viele Spielmöglichkeiten mit Schärfe und Unschärfe.
 

 

Nach einiger Zeit konnte ich das Leittier ausmachen und als es sich an das Klicken der Kamera gewöhnt hatte, waren vorsichtige Annäherungsversuche möglich. Solange das Leittier ruhig blieb, ließen auch die anderen Tiere der Gruppe meinen Aufenthalt in ihrer Nähe zu.

Steinböcke sind wie alle Wildtiere nicht zu unterschätzen und können, wenn sie sich bedrängt fühlen, durchaus gefährlich werden. Daher hielt ich meist  ausreichend Abstand, lediglich wenn sie selbstständig näher kamen, schwand die Distanz deutlich und am Ende der Fotosession war das Leittier nur noch knapp 4 Meter von mir entfernt im Gras an einer Felskante, ließ sich entspannt nieder und befasste sich gemütlich mit der Fellpflege.

Nette Fotoaugenblicke bescherten mir die Kurz-Nickerchen der Steinböcke, denn nach kurzen Dösern, gähnten sie oft herzlich, manchmal gefolgt von einem Herausstrecken der Zunge – was als menschlich interpretierte Geste natürlich sehr lustig wirkt.

 

 

Ein kleine Gruppe Bergsteiger, welche weder die Steinböcke, noch mich bemerkten, scheuchte die Gruppe allerdings nach knapp 5 Stunden intensiver Fotografie auf und nach ein paar schnellen Sprüngen zogen sich die Tiere gemächlich hinter einen kleinen Grat zurück.

 

Das Bild des Monats September ist also Teil einer umfangreichen STEINBOCKSERIE und weitere kleine und große TIERE des Karwendels wurden auf der Website ergänzt!

 

Ich wünsche viel Freude mit den Bildern und freue mich über Rückmeldungen und ganz besonders auch über Anmeldungen bzw. Weiterempfehlungen meiner Website bzw. des Newsletters!

 

Liebe Grüße und einen schönen August wünscht

Sebastian Frölich

 

 

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